PhoneWall
So funktioniert es

Wie ein Anruf durch PhoneWall läuft

Ein Anruf nimmt einen von drei Wegen. Welchen, entscheidet sich, bevor irgendetwas klingelt.

Die Weiche

Bekannt, unbekannt, oder mit Aufzeichnung

Die Anlage nimmt den Anruf an, bevor das Telefon im Wohnzimmer etwas davon merkt. In diesem Moment steht die Rufnummer fest, und damit der Weg.

Der Anrufer istdann passiert
im Telefonbuch Begrüßung mit Namen, sofort verbunden. Keine Ansage, kein Tastendruck, keine Wartezeit.
unbekannt kurze Ansage, dann die Frage. Erst danach klingelt es.
auf der Aufzeichnungsliste Ansage und Einwilligungsfrage – auch dann, wenn die Nummer gleichzeitig im Telefonbuch steht.

Die letzte Zeile ist die wichtigste, und sie ist eine bewusste Entscheidung: Eine Aufzeichnung ohne Einwilligung darf es nie geben. Deshalb erzwingt die Aufzeichnungsliste die Frage – unabhängig davon, ob der Anrufer bekannt ist und unabhängig davon, ob das Screening für diese Leitung überhaupt eingeschaltet ist. Anders herum gebaut wäre es bequemer und falsch.

Hörprobe

Wie sich das anhört

Ein unbekannter Anrufer, der der Aufzeichnung zustimmt.

Die Stimme ist die der Anlage, nicht nachgesprochen.

WerWas zu hören ist
Anlage„Guten Tag, Sie erreichen einen privaten Anschluss. Anrufe von Nummern, die hier nicht bekannt sind, werden aufgezeichnet.“
Anlage„Sind Sie mit der Aufzeichnung einverstanden? Für Ja, drücken Sie die Eins, oder sagen Sie nach dem Signalton, Ja. Für Nein, drücken Sie die Neun, oder sagen Sie Nein. Ich verbinde Sie dann ohne Aufzeichnung. Ihre Antwort wird zum Nachweis gespeichert.“
Anruferdrückt die Eins
Anlage„Danke. Die Aufzeichnung läuft ab jetzt. Ich verbinde Sie.“
Erst jetzt klingelt das Telefon im Haus.
Die Frage

Eine Taste, und was ein „nein“ bedeutet

Wenn aufgezeichnet werden soll, sagt die Ansage vorher, was passiert, und bittet um eine Taste. Ein Tastendruck ist eine eindeutige Handlung – und genau darauf kommt es an. Wer nur eine Ansage abspielt und dann aufzeichnet, weil der andere dranbleibt, stützt sich auf stillschweigende Zustimmung. Die reicht nicht.

  • Taste für jaDie Aufzeichnung beginnt. Vorher nicht – die Einwilligungsfrage selbst wird nicht mitgeschnitten.
  • Taste für neinDer Anrufer wird trotzdem verbunden, nur ohne Mitschnitt. Es entsteht keine Datei, auch keine kurze.
  • Keine AntwortWie nein.

Dass ein „nein“ nicht bedeutet, gar nicht durchzukommen, ist kein Entgegenkommen, sondern Voraussetzung: Eine Einwilligung ist nur wirksam, wenn sie freiwillig ist. Wer nur die Wahl zwischen Aufzeichnung und Aufgelegt hat, willigt nicht ein, sondern gibt nach.

Und die Ablehnung wird durchgesetzt, nicht nur beachtet: In diesem Zweig bekommt der Anruf gar nicht erst die technische Möglichkeit, mitgeschnitten zu werden. Auch nicht von Hand am Telefon. Wer nach einem ausdrücklichen „nein“ doch aufnimmt, macht sich strafbar – das soll die Anlage nicht mit einem Tastendruck möglich machen.

Statt der Taste kann der Anrufer auch „ja“ oder „nein“ sagen. Bequemer, juristisch schwächer, deshalb nicht die Voreinstellung. Mehr dazu auf der Seite über Aufzeichnung und Einwilligung.

Was Sie sehen

Am Telefon steht, woran Sie sind

Während es klingelt, steht im Namensfeld, ob dieses Gespräch aufgezeichnet wird. Wer abnimmt, weiß es also vorher – und nicht erst, wenn er hinterher eine Datei sucht, die es nicht gibt. Das klingt nach einem Detail und ist keins: Sonst führt jemand ein wichtiges Gespräch in der Annahme, es gäbe hinterher eine Aufnahme davon.

Anrufnotiz

Anruf
Dienstag, 18:42
Von
unbekannte Nummer, Inland
Einwilligung
ja, per Taste
Gespräch
2:14, durchgestellt
Aufnahme
vorhanden

Nach dem Gespräch bleibt diese Notiz. Der Nachweis der Einwilligung ist dabei die protokollierte Zeile, nicht die Tondatei – deshalb steht er auch dann fest, wenn gar nichts aufgezeichnet wurde.

Die Stimme

Die Ansagen entstehen vorher, nicht im Gespräch

Jede Ansage wird einmal erzeugt und als Datei abgelegt. Im Anruf spielt die Anlage nur diese Datei ab. Das hat eine Folge, die man erst schätzt, wenn man daran denkt: Ein Internetausfall kann die Ansagen nicht betreffen. Es gibt keinen Dienst, der antworten müsste, während jemand in der Leitung ist.

Dasselbe gilt für die Begrüßung mit Namen. Die Sprachdatei entsteht, wenn ein Eintrag gespeichert wird, nicht wenn jemand anruft. Wer im Telefonbuch steht, hört „Guten Tag“ und seinen Namen – und ist verbunden, bevor jemand, der eine Ansage hört, überhaupt zu Ende gehört hat.

Was gesagt wird, ist keine feste Größe. Hinter jeder Ansage steht ein Text, und der lässt sich ändern – Wortlaut, Länge, Reihenfolge, ohne den Ablauf anzufassen. Wer es knapper will, macht es knapper. Wer eine Beratungsstelle fragt, welche Sätze am Hörer ankommen, spielt deren Formulierung ein. Auch die Stimme und die Anrede sind einstellbar, und die Ansage unterscheidet sich schon heute nach Tageszeit und danach, ob der Anrufer bekannt ist.

Das ist kein Beiwerk. Ob so etwas benutzt wird oder nach zwei Wochen abgeschaltet, entscheidet sich seltener an der Technik als daran, wie die Anlage klingt – und das kann ich nicht für jeden Haushalt vorher wissen.

Eines hängt allerdings zusammen: Wer die Tasten ändert, muss die Ansage mitändern. Sonst nennt sie eine Ziffer, die nichts bewirkt.

Das Telefonbuch

Ich baue nichts neu, was es schon gibt

Bekannte Nummern, Namen und Anreden stehen längst im Router, im Mobiltelefon, im DECT-Telefon. Wer sein Telefonbuch pflegt, hat die halbe Einrichtung erledigt. Importieren muss gehen, und wieder exportieren auch.

Abtippen ist der häufigste Grund, warum eine gute Einstellung nie zustande kommt. Deshalb liest der Import die verbreiteten Formate, und er zeigt standardmäßig erst an, was er tun würde, bevor er es tut.

Ich hänge mich anund deshalb
die Leitung dieselbe Rufnummer, dasselbe Telefon. Wer anruft, merkt nichts außer dem, was er hören soll.
das Telefonbuch bekannte Nummern, Namen und Anreden stehen längst im Router, im Mobiltelefon, im DECT-Telefon. Importieren muss gehen, und wieder exportieren auch.
die Einstellungen Rufnummern, Kurzwahlen und Sperrlisten der verbreiteten Heimrouter als Datei rein und raus.
das Mobilteil bedient wird am Telefon, nicht am Bildschirm. Ansage einsprechen, Nummer sperren, Ruhe schalten: alles über Tasten, die man schon kennt.
Nachts

Die Nachtruhe gilt für Fremde, nicht für die Familie

Nachts bekommt ein unbekannter Anrufer eine andere Ansage, und es klingelt nicht. Wer im Telefonbuch steht, kommt weiterhin durch – auch um drei Uhr.

Das ist keine Nachlässigkeit, sondern die Entscheidung: Nachts ist genau die Zeit, in der ein Anruf von einem bekannten Menschen wichtig ist. Die Nachtruhe sitzt deshalb im Ansageweg, und dort gehört sie hin. Sie schützt vor Fremden, nicht vor der Familie.

Wo es läuft

Reine Software – Router, DECT-Basis oder Raspberry Pi

Heute läuft es auf einem Raspberry Pi. Eigenständig, klein, günstig, an derselben Leitung wie die Telefone, die schon da sind. Die Anlage meldet sich als SIP-Teilnehmer an und braucht dafür nichts weiter als die Zugangsdaten, die im Router ohnehin hinterlegt sind – bei einer Fritzbox lassen die sich samt Telefonbuch aus- und wieder einlesen. Kein zweiter Anschluss, keine neue Rufnummer.

Das ist der Anfang, nicht das Ziel. Hingehören würde die Funktion dorthin, wo für eine Telefonfunktion schon Platz ist und wo das Telefonbuch ohnehin liegt: in den Router, in die DECT-Basis, in die Telefonanlage, ins Seniorentelefon. Dann entfällt auch das letzte Gerät. Der Weg dahin führt über die Schnittstelle des Geräts oder über den Hersteller – beides ist vorgesehen, keins davon ist heute fertig.

Bedient wird am Telefon, nicht am Bildschirm: Ansage einsprechen, Nummer sperren, Ruhe schalten – über Tasten, die man schon kennt. Wer lieber einen Bildschirm will, bekommt eine Oberfläche im Browser. Wer Probleme mit dem Telefon hat, darf nicht auf ein Web-Formular verwiesen werden.

Ehrlich

Was PhoneWall nicht kann

  • Eine gefälschte bekannte NummerWer eine Nummer aus Ihrem Telefonbuch fälscht, wird begrüßt und durchgestellt. Genau dafür ist das Telefonbuch da. Alles andere zu behaupten wäre gelogen.
  • Erkennen, ob jemand lügtDie Anlage prüft nicht den Inhalt. Sie stellt eine Frage und hält fest, was passiert ist. Wer den Betrüger im Gespräch erkennen will, braucht etwas anderes.
  • Das MobiltelefonPhoneWall sitzt am Festnetzanschluss. Fürs Handy machen Google und Apple inzwischen Ähnliches – über ihre Server.
Fragen

Was am häufigsten gefragt wird

Was passiert, wenn der Anrufer nichts sagt und nichts drückt?

Dann wird nicht aufgezeichnet und nicht durchgestellt. Automatische Wählsysteme, die auf ein „Hallo“ warten, scheitern schon an der ersten Frage.

Funktioniert das mit einer Fritzbox?

Ja. PhoneWall meldet sich als SIP-Teilnehmer an derselben Leitung an und übernimmt die Anrufe, bevor die Telefone klingeln – genau so läuft es heute an einem Raspberry Pi. SIP-Zugangsdaten und Telefonbuch lassen sich aus der Fritzbox exportieren und wieder einspielen. Was noch fehlt, ist die nahtlose Einrichtung: über die Schnittstelle des Routers oder, besser, als Funktion im Gerät selbst. Beides ist geplant.

Kann ich mehrere Rufnummern unterschiedlich behandeln?

Ja. Ob geprüft wird, ob aufgezeichnet wird, welche Ansage läuft und ob nachts Ruhe ist – das ist je Leitung einstellbar, nicht nur für den ganzen Anschluss.

Was passiert mit Anrufern, die ihre Nummer unterdrücken?

Sie gelten als unbekannt und werden gefragt wie jeder Fremde. Für die Aufzeichnung brauchen sie einen eigenen Eintrag, weil eine Regel nach Vorwahl bei ihnen naturgemäß nicht greifen kann.

Wie lange bleiben Aufzeichnungen liegen?

Sie werden nach einer einstellbaren Frist automatisch gelöscht. Kürzer ist besser – eine Aufnahme ohne Zweck gehört weg, und eine Frist, an die man sich erinnern muss, ist keine.

Kann ich ändern, was die Anlage sagt?

Ja, alles davon. Hinter jeder Ansage steht ein Text; Wortlaut, Länge und Reihenfolge sind einstellbar, ebenso Stimme und Anrede. Nur eines hängt zusammen: Wer die Tasten für Ja und Nein ändert, muss die Ansage mitändern, sonst nennt sie eine Ziffer, die nichts bewirkt.

Was passiert bei einem Internetausfall?

Den Ansagen macht er nichts aus: Sie liegen als fertige Dateien auf dem Gerät, es gibt keinen Dienst, der antworten müsste, während jemand in der Leitung ist. Ob überhaupt ein Anruf ankommt, hängt dagegen am Anschluss selbst – bei Internettelefonie ist das Telefon ohne Verbindung ohnehin still.

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